Lern- und Arbeitsaufgaben in der praktischen Ausbildung

Lernaufgaben – Einführung

Lernaufgaben haben eine wichtige Funktion: Sie stellen die Verbindung von schulischer und praktischer Ausbildung her. Das bedeutet

  1. die Auszubildenden sind aufgefordert, das in der Pflegeschule Gelernte in der Praxis anzuwenden. Dabei machen sie verschiedene Erfahrungen mit den allgemeinen, wissenschaftlich gewonnenen Wissensbeständen: manches funktioniert leichter oder besser, manches klappt in der Umsetzung nicht so wie geplant, manches wird in der beruflichen Praxis ganz anders gehandhabt. Ziel ist es, diese Widersprüche bewusst zu machen und konstruktiv aufzulösen – damit die Auszubildenden erleben, dass Wissen dabei hilft praktische Probleme zu bewältigen.
  2. Das bedeutet aber auch, dass die Auszubildenden lernen,  Probleme der beruflichen Praxis als Ausgangspunkt des Lernens zu sehen. Ausgehend von einer Unsicherheit in einer alltäglichen Situation entsteht das Gefühl „ich komme nicht weiter“. Entweder man wurschtelt sich durch und löst die Situation „irgendwie“ – und vergisst das Problem sofort wieder, oder man erkennt, dass man noch Defizite in der Handlungskompetenz hat, und fragt z.B. die PA oder Kollegen. Ein wunderbarer Anlass für eigenes Lernen! Es ist zwar oft einfacher, eine Frage schnell zu beantworten – aber wesentlich nachhaltiger, den Auszubildenden Tipps zu geben, wie sie ihre Frage durch eigenes Denken, Rückgriff auf vorhandenes Wissen und gezielte Informationssuche selbst beantworten können. Dabei muss man die Auszubildenden natürlich unterstützen und begleiten!
  3. Sie merken – neben der Anwendung und Vertiefung fachlichen Wissens geht es bei Lernaufgaben immer auch um Förderung der methodischen Kompetenz im Sinne von „Lernen“ lernen, aber auch um zunehmende Verantwortung für die eigene Ausbildung. Persönliches Zeitmanagement, sich selbst organisieren, Aufgaben termingerecht erledigen, Sachverhalte sprachlich angemessen darstellen, Fragen und Widersprüche konkret formulieren sind weitere Fähigkeiten, die durch Lernaufgaben gefördert werden können.

Um die Verbindung von schulischer und praktischer Ausbildung zu gewährleisten, müssen Lernaufgaben gleichermaßen von Schule und Praxis gestellt werden!

Dabei beziehen sich die Lernaufgaben von der Schule auf die im Unterricht bearbeiteten Themen, während die Lernaufgaben aus der Praxis sich auf die „besonderen beruflichen Herausforderungen des Lernortes“ (WB, Station, Tour im ambulanten Dienst etc.) beziehen müssen.


Im „Nachweis der praktischen Ausbildung“ gibt es ein Formular, in dem Sie dokumentieren können, welche Lern- und Arbeitsaufgaben Sie Ihren Auszubildenden gestellt haben.

Lernaufgaben dienen dazu, die Inhalte der schulischen und der praktischen Ausbildung gut miteinander zu verbinden; die Auszubildenden sollen in der beruflichen Praxis erfahren/erleben, dass Wissen dabei hilft, Praxisprobleme angemessen zu bewältigen. Lernaufgaben können von den Lehrenden in der Pflegeschule, aber auch von Praxisanleiter*innen gestellt werden. Die Lernaufgaben von „der Schule“ erhalten die Auszubildenden direkt dort; damit Sie ebenfalls darüber informiert sind, stellen wir die Aufgaben mit einem Hinweis zum Bearbeitungszeitraum (z.B. Orientierungseinsatz, Pflichteinsatz 1) auf dieser Homepage zur Verfügung. Auch Anregungen für „eigene“ Lernaufgaben durch die Praxisanleitungen stellen wir Ihnen zur Verfügung.

Arbeitsaufgaben, die in der praktischen Ausbildung (also von den Praxisanleiter*innen) gestellt werden, tragen zur Routinebildung bei; sie erhöhen aber auch die Fähigkeit zur Selbstorganisation und zur Übernahme von Verantwortung.


Download


Service für Praxisanleiter - Die weiteren Themen: